Frag Oma!

Ich bin in meinen ersten Lebensjahren bei meiner Oma aufgewachsen. Anfang der 70er war das normal auf dem Land. Mama musste arbeiten, Oma hatte Zeit. Und Omas haben grundsätzlich meistens mehr Zeit als Mütter.

Meine Oma hat mir die Grundlagen des Gärtnerns beigebracht, mir gezeigt, wo Hühner ihre Eier verstecken, mir gezeigt, wie man Löwenzahnhonig herstellt und wie man Socken strickt. Die klassischen Rezepte wie Kaspressknödel oder Apfelstrudel gehörten auch zum Programm. Ein Programm, das einfach normales Leben war. Keine Kurse, kein frühkindliches Förderprogramm, einfach nur Alltagsleben und was dazu gehört.

Aus Omas Wissen erwachsend habe ich mittlerweile vier Bücher geschrieben und mehrere Blogs gestaltet. Drei der Bücher mit Co-Autorinnen, denn auch das habe ich bei Oma gelernt: dass ein Miteinander meist besser funktioniert als ein Gegeneinander.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2017 und meine Oma wird 91. Manchmal sagt Oma, dass sie nicht damit gerechnet hatte, so alt zu werden. Ich habe sie gebeten, mir in die Kamera von ihrem Leben zu erzählen. Ich musste versprechen, dass das nicht im Fernsehen kommt. Tut es auch nicht. Aber meinen Lesern möchte ich das, was Oma zu erzählen hat, nicht vorenthalten!

Was Oma erzählt

Meine Oma erzählt viel. Mittlerweile stammen die meisten Geschichten aus einer fernen Zeit. 90 Jahre! Wer kann sich das wirklich vorstellen? Oma ist auf dem Land aufgewachsen. Sie hat einen großen Krieg miterlebt und mehrere Währungsumstellungen.

Oma konnte zum Beispiel mit der Umstellung auf den Euro besser zurecht kommen als ich – wieder einmal, sagte sie, während für mich ein Teil meiner Identität verloren ging.

Als Oma noch ein Kind war, gab es keine Plastikverpackungen, kein Fast Food, kein Fernsehen und kein Telefon. Letzteres zumindest nicht für jeden und schon gar nicht für die einfachen Bauern.

All die Veränderungen der letzten 90 Jahre kommentiert meine Oma zum Teil gelassen, zum Teil aufgebracht. Weil nicht alles toll ist. Was sie aber toll findet, ist, dass man heute so wunderbar reisen kann. Denn das liebt sie. Oma war schon fast überall, vom Nordkap bis Dubai, und erzählt auch darüber.

Über uns

Was gibt es noch zu sagen?

Meine Oma heißt Elisabeth und ich bin Romana. Wenn ich an meine Kindheit denke, denke ich an Oma. Wie wir im angesehensten Cafe in Salzburg Kakao getrunken haben. Oder auf unseren Hausberg gegangen sind, mindestens einmal im Jahr. Wie ich mich bei der sonntäglichen Messe, die selbstverständlich Pflicht war, gelangweilt habe. Wie Oma mich in ihren VW Käfer gepackt hat, um mit mir irgendwohin zu fahren. In „die Sadt“ oder zur Uroma. Oder auf den Friedhof, den Opa besuchen.

Oma fährt heute nicht mehr, aber ich bin der Marke VW treu geblieben und fahre mittlerweile einen VW T3, der mir all die Reisen ermöglicht, die ich mir im Lauf der Jahre zusammengeträumt habe. Oma ist übrigens bis zu ihrem 82. Lebensjahr Auto gefahren und hat bis zu ihrem 84. Lebensjahr gearbeitet. Weil sie das, was sie gemacht hat, einfach gerne gemacht hat. Und was das angeht, bin ich in ihre Fußstapfen getreten. Do what you love.

Fragen an Oma

Videos

In den vergangenen Jahren habe ich mit Oma Videos aufgenommen und wir setzen dieses Projekt fort. Ich frage Oma Dinge, die Menschen interessieren, die noch nicht so alt sind. Und Oma versucht, all diese Fragen bestmöglich zu beantworten. Manchmal muss sie sehr tef in ihren Erinnerungen kramen, manchmal kommt alles sehr klar. Wenn auch Du …

Kontakt

Du möchtest wissen, wie man früher eingekauft hat? Und wie Butter verpackt war? Warum ältere Menschen von „Konstantinopel“ sprechen, wenn sie „Istanbul“ meinen? Du willst erfahren, welche Musik man in den 50ern gehört hat, wenn man auf dem Land gewohnt hat und warum die Beatles als „Langhaarige“ bezeichnet wurden?

Frag Oma! Schick uns Deine Fragen und Oam schickt Dir eine Antwort! Wir freuen uns auf Dich!